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Von Bakerloo bis Jubilee: Die spannende Herkunft der Londoner U-Bahn-Linien

Sie ist legendär, hat Charme und funktioniert wie eine Stadt unter der Stadt. Die Londoner U-Bahn – oder auch Tube (englisch für „Röhre“) befördert täglich Millionen Menschen. In Spitzenzeiten nutzen die Tube bis zu fünf Millionen Menschen am Tag. Das sind mehr Fahrgäste, als Berlin Einwohner hat. Das Netz der Tube erstreckt sich nahezu über das gesamte Stadtgebiet der britischen Hauptstadt. Ihre Geschichte geht mehr als 160 Jahre zurück. Am 10. Januar 1863 wurde die Londoner U-Bahn eröffnet. Damit ist London Underground die älteste U-Bahn der Welt. Heute umfasst das Netz der Tube 272 Stationen, die sich auf einer Strecke von gigantischen 402 Kilometern erstrecken. Ihre Namen verdanken die 11 „Tube-Lines“ teils unterschiedlichen Gründen. Wir zeigen euch, welche.

Die Tube-Linien und ihre Namensherkunft: Wichtige Orte Londons spielen mehrmals eine entscheidende Rolle

Bei einigen Linien von London Underground lässt sich die Herkunft ihres Namens recht einfach mit der Strecken erklären, auf denen sie fahren. So beispielweise bei der Piccadilly Line. Die Linie ist eine der bekanntesten der Tube und verbindet den Londoner Westen vom Flughafen London Heathrow mit Cockfosters, einem Stadtviertel in den Boroughs Barnet und Enfield im Norden der Stadt. Entlang der Strecke kommen Fahrgäste unter anderem am Emirates Stadium von Arsenal London (Haltestelle Holloway Road) und am Piccadilly Circus vorbei. Benannt ist die Tube-Linie nach der Straße Piccadilly, unter der sie verläuft. Ursprünglich hieß die 1906 in Betrieb genommene Linie Great Northern, Piccadilly & Brompton Railway.

Orte spielen auch bei der Namensherkunft der Bakerloo Line eine entscheidende Rolle. Sie rollt ebenso wie die Piccadilly Line seit 1906 durch den Londoner Untergrund. Mit einer Länge von gerade einmal etwas mehr als 23 Kilometern gehört die Bakerloo-Line zu den kürzesten Linien der Tube. Entlang der Strecke hält die Röhrenbahn an 25 Stationen. Der Name ist ein Kofferwort aus den beiden Endstationen der Linie Baker Street und Waterloo. Aus „Baker“ und „-loo“ wird so „Bakerloo“. Die Baker Street ist vor allem Fans der Sciene-Fiction-Welt bekannt. 221B Baker Street ist die fiktive Adresse des weltbekannten Detektivs Sherlock Holmes. Die echte Straße in London, in der Nähe der imaginären Adresse, beherbergt heute das Sherlock Holmes Museum.

Auch bei der Hammersmith & City Line hat die Herkunft des Namens mit den Endhaltestellen der Linie zu tun. Konkret setzt sich der Name der Tube-Line, die vom Stadtteil Hammersmith and Fulham am Nordufer der Themse bis nach Barking im Osten der Stadt führt, aus einer Endhaltestelle und dem Bereich Londons zusammen, in dem sie im Osten endet. Hammersmith im Westen und City of London im Osten.

Bei der Waterloo & City Line gilt das selbe Prinzip, wie bei der Hammersmith & City Line. Sie verdankt ihren Namen der Endstation Waterloo Station und City of London. Mit nur 2,4 Kilometern Länge ist die Linie zugleich die kürzeste aller Tube-Linien. Fahrgäste können mit der Waterloo & City Line eine Station weit fahren, jeweils von Waterloo zur Station „Bank“ und zurück.

Die Victoria Line verdankt ihren Namen der Station „Victoria“. Diese befindet sich unmittelbar unter der Victoria-Station, einem der Hauptbahnhöfe Londons. Von dort aus fahren viele Regional- und Fernzüge vor allem nach Süden ab. Mit der Victoria Line kommen Fahrgäste der Tube von Walthamstow Central nach Brixton. Auf ihrem Linienweg hält die Victoria Line unter anderem auch am wichtigsten Hauptbahnhof Kings Cross St. Pancras und am Oxford Circus.

Tube-Station
Millionen Menschen nutzen die Tube täglich. (Foto: Jo Reule)

Central, Circle, Disctrict und Northern Line: Auch andere geografische Aspekte stecken in den Namen der Tube-Linien

Die Namen manch anderer Linien von London Underground gehen auf andere geografische Aspekte zurück. So beispielsweise der Name der Central Line. Sie verbindet viele Stationen im Zentrum Londons miteinander und ist nach ihrer zentralen Lage benannt. Mit insgesamt 74 Kilometern ist sie die längste aller Linien von London Underground. Die Central Line hält zwischen dem Westen und dem Osten Londons unter anderem in Liverpool Street und Oxford Circus.

Geografisch wird es auch bei der Northern Line. Sie ist nach ihrer nördlichen Ausrichtung benannt und fährt vom Süden Londons bis in den Norden der Stadt. Endstationen sind im Süden Morden und Battersea Power Station sowie im Norden Edgware und High Barnet.

Erinnerungen an die Berliner Ring-Bahn werden bei der Circle Line wach. Die Linie fährt in einem ringförmigen Weg durch das Londoner Zentrum. Ihrem ringförmigen Verlauf verdankt die Circle Line zugleich auch ihren Namen. Bis 2009 war die Circle Line eine reine Ringbahn. Mit der Übernahme des Streckenabschnitts bis nach Hammersmith wurde sie zu einer sogenannten „Ring-Radial Linie“. Insgesamt bedient die U-Bahn-Linie 35 Stationen in London. Die Discrict Line verdankt ihren Namen der Metropolitan District Railway – einem der Vorgänger der heutigen London Underground. Sie bediente die inneren Distrikte (Bezirke) Londons außerhalb der City of London. Mit der District Line kommen Fahrgäste von Upminster im Osten bis nach Ealing im Westen Londons.

Gleich zwei Tube-Linien Londons haben mit dem Königshaus zu tun

Die mit Abstand älteste Linie der Londoner U-Bahn ist die Metropolitan Line. Benannt ist sie nach Metropolitan Railway, der Vorgängergesellschaft der London Underground. „Metropolitan“ bezog sich auf die Verbindung zur Londoner Metropole und die Vororte. Die Metropolitan Line wurde bereits 1863 eröffnet und gilt damit als älteste U-Bahn-Linie der Welt.

Auch das britische Königshaus hat teilweise mit den Namen der Tube-Linien zu tun. So wurde die Jubilee Line nach dem silbernen Thronjubiläum der Queen benannt. Sie fährt von Stanmore nach Stratford. Seit 2022 gibt es mit der Elizabeth Line noch eine weitere Linie. Benannt ist sie nach der 2023 verstorbenen Queen Elizabeth II. Rein technisch gesehen ist die Elizabeth Line jedoch keine klassische Tube. Sie kommt vielmehr einem S-Bahn-ähnlichem Angebot gleich und soll als leistungsfähige Ost-West-Verbindung London Underground entlasten.

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Jonah Reule

Jonah Reule

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