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Die Magie der Kanaren: Inseln aus Feuer, Wind und Atlantik

Sie gelten als eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, in jeder Jahreszeit steuern Urlauber die Kanarischen Inseln im Atlantik an. Die Inselgruppe vor der Küste Marokkos gehört zu Spanien (Communidad autónoma de Canarias) und zieht jährlich unzählige Touristen an. Dabei ist keine der sieben Inseln wie die andere. Die einzige Gemeinsamkeit: der ewige Frühling. Wir stellen euch die „Islas Canarias“, wie die Inselgruppe auf spanisch heißt, genauer vor.

Kanarische Inseln
LandSpanien
AmtsspracheSpanisch
Fläche7.492 km²
InselnFuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Gomera, La Palma, Teneriffa, El Hierro

Kanarische Inseln sind bereits Millionen Jahre alt und haben einen vulkanischen Ursprung

Dass es die beliebten Urlaubsinseln gibt, ist dem sogenannten Hotspot-Vulkanismus zu verdanken. Während sich die afrikanische Platte langsam bewegt, entstanden so nach und nach Inseln. Deshalb sind die einzelnen Kanarischen Inseln auch unterschiedlich alt. Ihre Entstehung begann vor schätzungsweise 20 bis 25 Millionen Jahren. Die ältesten Inseln sind Fuerteventura und Lanzarote mit einem Alter von etwa 20 bis 23 Millionen Jahren. Die bei der LGBT-Community sehr beliebte Insel Gran Canaria ist Experten zufolge etwa 14 bis 15 Millionen Jahre alt. Das Alter von La Gomera wird auf zehn bis zwölf Millionen Jahre geschätzt. Teneriffa ist sieben bis zwölf Millionen Jahre alt. Als jüngste Inseln gelten El Hierro und La Palma mit einem Alter von ein bis zwei Millionen Jahren.

Die Kanaren sind in Europa einer der am stärksten besuchten Regionen von Urlaubern. (Foto: Jo Reule)
Die Kanaren sind in Europa einer der am stärksten besuchten Regionen von Urlaubern. (Foto: Jo Reule)

Die Region rund um die Kanaren ist bis heute geologisch aktiv. Das bedeutet, dass die Vulkane auf den Inseln heuer wie auch in Zukunft ausbrechen können. Der letzte vulkanische Ausbruch auf de Kanaren datiert aus 2021. Vom 19. September bis zum 13. Dezember spuckte der später als Tajogaite bezeichnete Vulkan auf den Höhenzug Cumbre Vieja Lava. Es war der längste bekannte Vulkanausbruch auf La Palma und auf den Kanarischen Inseln.

Die ältesten Kanarischen Inseln: Fuerteventura und Lanzarote

Die beiden ältesten Inseln Fuerteventura und Lanzarote sind zwei der beliebtesten Urlaubsorte auf den Kanaren. Fuerteventura ist ein Paradies für alle, die Raum, Ruhe und Meer suchen. Kilometerlange, feinsandige Strände wie die von Corralejo, Costa Calma oder der Halbinsel Jandía prägen das Bild der Insel und machen sie besonders bei Badeurlaubern, Surfern und Kitesurfern beliebt. Die Landschaft ist trocken, offen und leicht hügelig – entstanden aus stark erodierten, heute eher sanften Vulkanen. Statt dichter Wälder erwarten Besucher weite Ebenen, ockerfarbene Berge und ein fast wüstenartiges Flair. Zu den Highlights zählen die Dünen von Corralejo, das historische Dorf Betancuria sowie beeindruckende Aussichtspunkte wie der Mirador de Morro Velosa.

Der vulkanische Ursprung der Kanarischen Inseln ist an den Küsten - wie hier auf Fuerteventura - bis heute sehr gut erkennbar. (Foto: Jo Reule)
Der vulkanische Ursprung der Kanarischen Inseln ist an den Küsten – wie hier auf Fuerteventura – bis heute sehr gut erkennbar.(Foto: Jo Reule)

Lanzarote ist die nördlichste der Kanarischen Inseln und fasziniert mit einer Landschaft, die wirkt wie von einem anderen Planeten. Gewaltige Vulkanausbrüche im 18. Jahrhundert haben weite Teile der Insel mit Lava überzogen und den einzigartigen Timanfaya-Nationalpark geschaffen – ein absolutes Muss für Besucher. Zwischen schwarzen Lavafeldern, Vulkankegeln und erkalteten Lavaströmen liegen überraschend schöne Strände, etwa die hellen Playas de Papagayo oder die dunklen Buchten an der Westküste. Besonders prägend für Lanzarote ist das kreative Erbe von César Manrique, der Natur und Architektur in Sehenswürdigkeiten wie den Jameos del Agua, der Cueva de los Verdes und dem Mirador del Río harmonisch miteinander verband. Lanzarote ist rau, kunstvoll und intensiv – eine Insel, die Eindruck hinterlässt.

Auf der größten Kanarischen Insel gibt es einen aktiven Vulkan

Teneriffa ist die größte und abwechslungsreichste der Kanarischen Inseln – eine Insel, auf der sich Strandurlaub, Naturerlebnis und Stadtleben perfekt verbinden lassen. Über allem thront der Teide, Spaniens höchster Berg und ein noch aktiver Vulkan, dessen Nationalpark mit Lavafeldern, bizarren Felsformationen und spektakulären Ausblicken begeistert. Die Strände sind so vielfältig wie die Insel selbst: von goldenen Sandstränden im Süden über schwarze Lavastrände im Norden bis zu natürlichen Meeresschwimmbecken. Zu den Highlights zählen die koloniale Altstadt von La Laguna (UNESCO-Welterbe), die Steilküste von Los Gigantes und die grünen Lorbeerwälder des Anaga-Gebirges. Teneriffa bietet Abwechslung ohne Ende – ideal für alle, die gern jeden Tag etwas Neues entdecken.

Letzter Vulkanausbruch und eine der ruhigsten Inseln: La Palma

Deutlich kleiner als Teneriffa ist die Nachbarinsel La Palma. Die Insel gilt als kleines Paradies und bietet vor allem vulkanische Schönheit. Darüber hinaus ist La Palma vor allem für seine grüne Natur bekannt. Deshalb heißt es auch oft, die Insel sei die grünste der Kanaren. Für Reisende, die Ruhe oder Wanderungen mögen, eignet sich La Palma perfekt für einen Urlaub. Dichte Wälder, tiefe Schluchten und spektakuläre Vulkankrater prägen das Landschaftsbild, allen voran der riesige Erosionskrater der Caldera de Taburiente. Wie lebendig die junge Insel ist, zeigte der Vulkanausbruch im Jahr 2021 eindrucksvoll. Die Strände auf La Palma sind zumeist schwarz wie in ihrem Ursprung. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählen der Roque de los Muchachos mit einem der wichtigsten Observatorien der Welt sowie die hübsche Hauptstadt Santa Cruz de La Palma mit ihren kolonialen Balkonen.

La Gomera – die perfekte Insel für Naturliebhaber

La Gomera ist die perfekte Insel für Naturliebhaber und Ruhesuchende. Statt großer Strände prägen tiefe Schluchten, Nebelwälder und spektakuläre Aussichtspunkte das Bild. Herzstück der Insel ist der Nationalpark Garajonay, ein UNESCO-Weltnaturerbe mit uralten Lorbeerwäldern. Die Strände sind meist klein, dunkel und naturbelassen, wie etwa in Valle Gran Rey. Vulkanische Formationen, Terrassenfelder und traditionelle Dörfer verleihen La Gomera ihren ursprünglichen Charme – ideal für Wanderungen, Entschleunigung und authentische Kanaren-Erlebnisse.

Ein echter Geheimtipp: El Hierro ist die kleinste und nachhaltigste Insel der Kanaren

El Hierro ist die kleinste und zugleich nachhaltigste der Kanarischen Inseln und gilt als echter Geheimtipp. Die Insel setzt konsequent auf erneuerbare Energien und begeistert mit wilder, kaum berührter Natur. Statt klassischer Sandstrände findet man hier natürliche Meeresschwimmbecken, Lavafelsen und spektakuläre Steilküsten. Vulkanismus ist allgegenwärtig – sowohl an Land als auch unter Wasser, was El Hierro zu einem Top-Spot für Taucher macht. Sehenswürdigkeiten wie der Mirador de la Peña oder der sagenumwobene Baum El Sabinar unterstreichen den rauen, ursprünglichen Charakter der Insel.

Partyparadies und „Miniaturkontinent“ – Gran Canaria zieht nicht nur Urlauber aus der LGBT-Community an

Gran Canaria gilt als „Miniaturkontinent“ der Kanaren, da die Insel auf kleinem Raum enorme landschaftliche Vielfalt bietet: goldene Strände und Dünen im Süden, grüne Schluchten im Inselinneren und lebendige Städte wie Las Palmas. Besonders bekannt sind die Dünen von Maspalomas, die Strände von Playa del Inglés sowie das imposante Bergland rund um den Roque Nublo. Vulkanischen Ursprungs, aber sanfter geformt als andere Inseln, ist Gran Canaria zudem ein bedeutendes Zentrum der internationalen LGBT-Community. Vor allem Playa del Inglés und Maspalomas sind europaweit für ihre offene Atmosphäre, Pride-Events, Beachclubs und ein vielfältiges Nachtleben bekannt – ein Ort der Vielfalt, Freiheit und Lebensfreude.

Die Dünen von Maspalomas sind eines der Wahrzeichen von Gran Canaria (Foto: Jo Reule)
Die Dünen von Maspalomas sind eines der Wahrzeichen von Gran Canaria (Foto: Jo Reule)

La Graciosa: Die jüngste Insel der Kanaren hat gerade einmal wenige hundert Einwohner

La Graciosa ist die jüngste offiziell anerkannte Kanareninsel und ein echtes Paradies für alle, die Ruhe und Einfachheit suchen. Autos gibt es kaum, Straßen sind meist unbefestigt, und das Leben folgt einem entschleunigten Rhythmus. Die Insel ist vulkanisch geprägt, mit sanften Kegeln, weiten Lavaflächen und traumhaften Stränden mit hellem Sand, darunter die Playa de las Conchas – eine der schönsten der gesamten Kanaren. Sehenswürdigkeiten sind vor allem natürlicher Art: spektakuläre Küsten, kristallklares Wasser und der Blick auf die Steilwände von Lanzarote machen La Graciosa zu einem Ort purer Gelassenheit. Auf der Insel leben gerade einmal etwas mehr als 700 Einwohner.

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Jonah Reule

Jonah Reule

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